Die Alternative die sich anbietet ist folgender Routenplan, da sich hier aber der Masstab geändert hat handelt es sich um eine Strecke von etwa 270 Kilometern. Es ist jetzt 17 Uhr, die Band soll um 22:30 spielen, also es wäre noch machbar. Aber eigentlich nur Theoretisch. Wir braüchten eine riesenladung Glück, einen vollen Tank und, da man auf der Karte die Hochgebirgsstrassen nicht erkennt, wesentlich länger als die veranschlagten 3 Stunden.
Aber halt, es gibt die Möglichkeit den Sprinter auf einen Zug zu verladen, der dann durch die Schneewüste nach Disentis fährt. Leider ist der Sprinter 2,57 hoch, und die Bahn kann nur Fahrzeuge mit einer Maximalhöhe 2,40 befördern. Verdammte Axt! So wies so aussieht wird das heute nix mit Emil Bulls in Disentis.
Wir entscheiden uns also für die lange Route über Zürich und fahren los..... Aber nach der dritten Kurve fällt uns noch was ein. – Wir lassen das Schlagzeug einfach hier, leihen uns eins, und packen den ganzen anderen Kram in den Zug und dann fahren wir eben ohne Sprinter.
Verdammt, jetzt wird’s noch mal stressig, den ganzen Kram auf so einen Gepäckwagen laden und alles rein in den Zug, Gottseidank sind die Bahnbegleiter in der Schweiz wesentlich Serviceorientierter eingestellt als in Deutschland und tun alles damit wir den sehr eng gesteckten Zeitplan einhalten können. Jetzt sind wir endgülig am absoluten minimum angekommen mit dem man einen Emil Bulls Gig bewältigen kann: Zwei Akustikgitarren, ein Akustischer Bass, mein Rack, ein bischen Gepäck und sieben Jungs in einer Hochalpenbahn. Wir werden für die Mühe mit der schönsten Aussicht belohnt die wir in den letzten Wochen hatten. Wir fahren bei Sonnenuntergang über einen Alpenpass der verschneit ist und es ist einfach ein unglaubliches Gefühl dass wir es überhaupt so weit geschafft haben. Hut ab.
Das Festival, viele Leute die mitsingen, sieben Jungs die sich zusammengerauft haben um teilweise wirklich erstaunliches zu bewältigen, gerade an so einem Tag wie heute, Schweizer Gastfreundschaft vom feinsten, ein herrvoragendes Wolfsbarsch Menü vermischen sich mit einigen vielen Drinks und hunderten von Zigaretten, Menschen in Hotels die abwechselnd die Polizei und den Patron wegen überfüllten Partyzimmern rufen wollen, mit Lippenstift vollgekritzelte Spiegel und leeren Tütchen im Bad von denen keiner weiss wo sie herkommen, noch was sie enthalten haben. Da ich leider keinen Akku mehr in meiner Kamera hatte konnte ich keine Bilder machen, aber es war auf jedenfall ne ordentliche Feier.
Irgendwie ist das der Weg in die Hölle, aber gleichzeitig möchte ich keine Minute missen....
Euer
JDawg
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen